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Dachneigung Tabelle: Grad, Prozent und Dachform

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VERÖFFENTLICHT AUGUST 2026
Ein Anschlagwinkel liegt beim Aufrichten auf einem hölzernen Dachsparren

Wie Dachneigung angegeben und gemessen wird

Die Dachneigung ist der Winkel der Dachfläche gegenüber der Waagerechten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird sie fast immer in Grad angegeben — ein „38er-Dach” ist ein Dach mit 38° Neigung. Im Bauwesen taucht daneben das Gefälle in Prozent auf, vor allem bei flach geneigten Dächern, Entwässerung und Abdichtung.

Beide Angaben beschreiben dieselbe Schräge. Der Winkel in Grad folgt aus arctan(Höhe ÷ Länge), das Gefälle in Prozent aus (Höhe ÷ Länge) × 100. Es sind nur unterschiedliche Einheiten für dieselbe Steilheit, so wie eine Temperatur in Celsius oder Fahrenheit. Den vollständigen Hintergrund, warum diese Formen austauschbar sind, findest du in Grad, Prozent-Gefälle und Verhältnis.

Dachneigung als rechtwinkliges Dreieck: 100 Einheiten Länge unten, 50 Einheiten Höhe seitlich, beschriftet mit 50 % und 26,6°

Tabelle gängiger Dachneigungen

Hier die Neigungen, die dir am häufigsten begegnen, mit Gefälle und typischer Verwendung.

GradGefälleTypisch für
≈ 8,7 %Flach geneigtes Dach, Abdichtung statt Deckung
10°≈ 17,6 %Pultdach, Carport, Anbau
15°≈ 26,8 %Flach geneigtes Ziegeldach mit Unterdach
22°≈ 40,4 %Regeldachneigung vieler Flachdachziegel
30°≈ 57,7 %Untere Grenze des klassischen Satteldachs
38°≈ 78,1 %Häufigste Neigung beim Satteldach
45°100 %Steiles Satteldach, exakt halbe Rechtwinkligkeit
60°≈ 173,2 %Steildach, Turm, Mansardendach unten

Ein nützlicher Anker zum Merken ist die 45°-Zeile: Dort ist die Höhe genau so groß wie die waagerechte Länge, also 100 % Gefälle. Beachte, dass 100 % nicht senkrecht bedeutet — es heißt nur, Höhe gleich Länge. Eine wirklich senkrechte Wand hätte ein unendliches Gefälle, und genau deshalb ist Prozent bei steilen Flächen eine unhandliche Einheit.

Flach geneigte Dächer (unter 22°)

Alles unter etwa gilt als Flachdach, auch wenn kaum ein Dach wirklich waagerecht liegt. Solche Dächer führen Wasser zu langsam ab, als dass eine Deckung mithalten könnte; sie bekommen eine durchgehende Abdichtung — Bitumenbahnen, EPDM oder Kunststoffbahnen —, und die Entwässerung wird zur zentralen Planungsfrage. Stehendes Wasser, nicht Wind, ist hier der Gegner.

Zwischen 5° und 22° liegt das flach geneigte Dach. Hier sind Ziegel und Betondachsteine grundsätzlich möglich, aber die meisten Modelle unterschreiten ihre Regeldachneigung — es braucht also zusätzliche Maßnahmen wie ein regensicheres Unterdach. Diese Neigungen sieht man an Anbauten, Carports und moderner Architektur; begehbar sind sie im Regelfall problemlos.

Klassische und steile Dächer (ab 30°)

Der klassische Bereich liegt zwischen 30° und 45°. Darin bewegen sich die allermeisten Satteldächer: steil genug, um Regen und Schnee zuverlässig abzuführen, und flach genug, dass Dachdecker mit Sicherung noch darauf arbeiten können. Ein 38er-Dach ist der Klassiker schlechthin.

Über 45° erreichst du das Steildach, das bis zu den 60° und mehr eines Turmdachs oder des unteren Mansarddachschenkels reicht. Steile Dächer werfen Schnee und Wasser regelrecht ab, geben einem Haus eine markante traditionelle Silhouette und schaffen nutzbares Volumen darunter. Der Preis ist der Aufwand: Ab etwa 40° ist ein Dach nicht mehr frei begehbar, es braucht Dachhaken, Gerüst oder Sicherung — und das verteuert jede Arbeit darauf.

Vier Haussilhouetten nebeneinander mit Dächern in 18°, 27°, 38° und 45° Neigung

Die eigene Dachneigung messen

Du musst nicht raten, in welche Zeile der Tabelle dein Dach fällt. Am direktesten hältst du eine Wasserwaage waagerecht an einen Sparren oder an die Dachfläche, misst eine feste Länge ab und dann senkrecht nach unten bis zur Fläche — Höhe geteilt durch Länge, mal 100, ergibt das Gefälle in Prozent, und der Arkustangens daraus die Grad.

Wenn du nicht hinaufsteigen willst, kannst du die Neigung auch aus einem Foto ablesen oder vom Garten aus anpeilen; das führen wir in Dachneigung vom Boden messen aus. Und sobald du einen Wert hast — Grad oder Prozent —, rechnet ihn unser Dachneigungsrechner sofort in die anderen um, damit du den Arkustangens nie von Hand bemühen musst. Wie auch immer du ihn erfasst: Die Tabelle oben sagt dir, was diese Neigung bedeutet und wo sie üblich ist.

Häufige Fragen

Welche Dachneigung ist am häufigsten?

Bei Satteldächern mit Ziegeldeckung liegen die üblichen Neigungen zwischen 38° und 45°. Pultdächer und moderne Bauten fallen oft flacher aus, meist zwischen 5° und 30°. Die konkrete Zahl hängt vor allem von der Deckung ab: Jede Ziegelart hat eine Regeldachneigung, die nicht unterschritten werden soll.

Wie viel Grad sind 50 % Dachneigung?

50 % Gefälle entsprechen arctan(0,5) ≈ 26,57°. Prozent und Grad sind nicht dasselbe: 100 % sind exakt 45°, nicht 90°. Umgerechnet wird mit Gefälle in % = tan(Grad) × 100.

Was ist die Mindestdachneigung für Ziegel?

Die meisten Tondachziegel haben eine Regeldachneigung zwischen 22° und 30°, je nach Modell. Darunter ist die Deckung nur mit zusätzlichen Maßnahmen zulässig — etwa einem regensicheren Unterdach. Unter etwa 5° spricht man vom Flachdach, das eine durchgehende Abdichtung statt einer Deckung braucht.

Wie rechne ich Grad in Prozent um?

Nimm den Tangens des Winkels und multipliziere mit 100. Bei 33,69° sind das tan(33,69°) × 100 ≈ 66,7 % Gefälle. Umgekehrt gilt Grad = arctan(Prozent ÷ 100).

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