Rampenneigung messen (und die 6 % nach DIN 18040 prüfen)
Eine Neigung, drei Zahlen
Die Rampenneigung wird auf drei Arten geschrieben, und alle meinen dieselbe Messung:
- Prozent — Höhe ÷ Länge × 100. Das ist die Einheit, in der die Normen sprechen: 6 % ist die Grenze.
- Verhältnis — 6 % entsprechen rund 1:16,7, also ein Zentimeter Anstieg auf knapp 17 Zentimeter Länge.
- Grad — der tatsächliche Winkel. arctan(0,06) ≈ 3,4°.
Normen sprechen Prozent, Planer rechnen mit Verhältnissen, und dein Handy liest von Haus aus Grad — es lohnt sich also, alle drei zu erkennen. Wenn dir die Umrechnungen rutschig vorkommen, führt Grad, Prozent-Gefälle und Verhältnis die Rechnung einmal komplett vor.
Die 6 %-Regel im Klartext
Für barrierefreie Neubauten begrenzt die DIN 18040 die Längsneigung — die Neigung in Fahrtrichtung — auf höchstens 6 %. Praktisch heißt das: Jeder Zentimeter Höhe braucht rund 17 Zentimeter Rampe. Eine Terrasse 20 cm über dem Weg braucht etwa 3,3 Meter Lauflänge. Eine Türschwelle 60 cm über dem Gelände braucht 10 Meter — und genau deshalb haben echte Rampen Wendepodeste: Die Norm verlangt spätestens nach 6 Metern Lauflänge ein Zwischenpodest von mindestens 1,50 m Länge.
Zwei weitere Punkte zählen:
- Querneigung. Quer zur Fahrtrichtung darf die Rampe nach DIN 18040 keine Neigung haben; Wasser wird über die Längsneigung und die Oberfläche abgeführt. Schon eine kleine Querneigung zieht einen Rollstuhl zur Seite.
- Podeste am Anfang, am Ende und an jeder Richtungsänderung müssen eben sein und mindestens 1,50 m × 1,50 m messen.
Denk daran: 6 % sind eine Obergrenze, kein Ziel. Eine Rampe mit 4 % ist für alle angenehmer; bau flacher, wann immer der Platz es hergibt.

Die Neigung mit dem Handy messen
Die Neigungssensoren deines iPhones machen daraus einen Neigungsmesser für die Tasche — auf etwa ein Grad genau, und das reicht zum Prüfen einer Rampe völlig.
- Null die App zuerst auf einer bekannt ebenen Fläche, damit kein kleiner Versatz in den Wert einfließt.
- Leg das Handy in Fahrtrichtung auf die Rampe — Längskante gerade den Hang hinauf, nicht diagonal. Schräg aufgelegt liest es zu flach.
- Überbrücke raue Flächen. Auf strukturiertem Beton legst du das Handy auf ein kurzes flaches Brett, damit es die Ebene misst und nicht eine einzelne Erhebung.
- Lies den Wert. Bis 3,4° (6 %) ist es normgerecht. Eine Neigungsmesser-App wechselt denselben Wert per Tipp zwischen Grad, Prozent und Verhältnis.
- Wiederhole alle paar Meter. Maßgeblich ist der steilste Abschnitt, nicht der Durchschnitt — eine Rampe mit 3° auf dem Großteil und 6° an der Schwelle fällt an der Schwelle durch.
Dreh das Handy danach um 90° und miss an einigen Stellen quer zur Rampe. Das ist die Querneigung, und die sollte bei null liegen.

Höhe und Länge von Hand messen
Kein Handy oder eine zweite Meinung gewünscht? Neigung ist schlicht Höhe durch Länge.
- Leg eine 1-Meter-Wasserwaage in Steigungsrichtung auf die Rampe und heb das untere Ende an, bis die Libelle mittig steht.
- Miss den Abstand vom angehobenen Ende senkrecht hinunter zur Rampe. Das ist die Höhe auf 100 cm Länge.
- Teile: 6 cm auf 100 cm sind exakt 6 %. Alles über 6 cm auf einen Meter ist steiler als die Norm erlaubt.
Diese Methode aus Wasserwaage und Abstand ist die klassische Prüfung vor Ort, und die Schwelle „6 cm auf 1 m” lohnt sich zu merken. Die allgemeine Technik für beliebige Flächen — Einfahrten, Dächer, Entwässerung — steht in Neigung und Gefälle messen.
Rampen, an die du nicht herankommst
Manchmal brauchst du eine Zahl, bevor du auf der Rampe stehst — eine Baustelle von der anderen Straßenseite einschätzen oder eine abgesperrte Rampe prüfen. Richte die Kamera des Handys von der Seite, möglichst frontal, auf die Rampe und lies den Winkel der Schräglinie im Livebild ab. Das trifft den Wert von der Fläche nicht auf die Nachkommastelle, sagt dir aber sofort, ob du eine sanfte 4 %-Rampe oder eine deutlich zu steile 12 %-Rampe vor dir hast.
Die Kurz-Checkliste
- Längsneigung: ≤ 6 % (etwa 3,4°), gemessen an der steilsten Stelle.
- Querneigung: keine — die Rampe muss quer eben sein.
- Podeste: eben, oben, unten, an jeder Richtungsänderung und spätestens nach 6 m Lauflänge, mindestens 1,50 m × 1,50 m.
- In Fahrtrichtung messen, das Handy vorher nullen und an mehreren Stellen prüfen.
Zehn Minuten mit dem Handy sagen dir, ob eine Rampe sicher und normgerecht ist oder auf einen Rückbau zuläuft — miss vor dem Betonieren und danach noch einmal.
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